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Archive for Mai 2013

Pusteblume

Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir uns nicht für irgendetwas entschuldigen.

Schon für Kleinigkeiten sagen wir: „Oh, Entschuldigung.“

 

Und auch unseren Kindern bringen wir bei, sich artig zu entschuldigen.

 

Tschuldigung“ drucksen sie zerknirscht. Wir  lassen nichts durchgehen.

Entschuldigung muss sein.

Das gehört doch – meinen wir – zur guten Erziehung.

 

So formen wir aus der eigenen, schuldbeladenen Generation eine neue Generation mit der gleichen Prägung.

 

Wir tun das, solange wir es nicht besser wissen.

Aber das ändert sich ja jetzt!

Wenn ich Dir heute sage, dass unser Schuldbewusstsein alles andere als förderlich für unser eigenes System ist, stellt sich für Dich natürlich die Frage:

 

„Was soll denn ich sagen, wenn ich jemandem kräftig auf den Fuß getreten bin?“

(Das nur als Synonym für alles andere)

 

Bis jetzt war’s, weil du Dich „schuldig“ gemacht hast: „Oh, das tut mir aber leid. Entschuldigung!“

 

Ab heute hast Du eine neue Wahl:

„Ich bitte um Nachsicht.“

 

Spür diesem Satz in Ruhe nach…

 

Auf mich wirkt er äußerst befreiend.

Ich empfinde beim Aussprechen eine freundliche Zuwendung zu dem Anderen.

 

„Ich bitte um Nachsicht.“

 

PS. Du wirst sehr achtsam sein müssen, um diese neue Gewohnheit zu etablieren.

 

Alles Liebe

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Waldspaziergang

 

Eines Tages brachte man einen sehr jungen Dieb zu einem ehrwürdigen Weisen.

 

Weil der Schelm noch so jung war, wollte man ihn nicht wie üblich hart bestrafen.

Der Weise sollte dem Jüngling die Verwerflichkeit seiner Tat vor Augen führen und ihm das bittere Ende eines Diebes klarmachen…

 

Doch der Weise erwähnte das Stehlen mit keinem Wort. Er sprach freundlich mit dem Jungen und gewann so sein Vertrauen.

 

Das Einzige, was er von dem Jungen forderte, war sein Versprechen, immer wahrhaftig zu sein.

 

Bereitwillig versprach es der Junge. Er war sehr erleichtert und dachte, ganz glimpflich davongekommen zu sein.

 

Eines Nachts überfiel ihn jedoch wieder die Lust, zu stehlen.

Als er sich mit schleichenden Schritten durch eine Seitentür des Hauses zwängte, durchzuckte ihn ein Gedanke:

 

„Wenn ich jetzt auf die Straße gehe und mich jemand fragt, was ich vorhabe, was sage ich dann?

 

Was sage ich morgen?

 

Wenn ich mein Versprechen halte, wahrhaftig zu sein, muss ich alles zugeben und dann…“

 

Indem der Junge mit sich rang, trotz alter Gewohnheiten wahrhaftig zu sein, wurde es ihm schwer, zu stehlen.

 

Und siehe da:

 

„Die Entfaltung der Wahrhaftigkeit gab Raum für seine neue Ehrlichkeit“.

 

Alles Liebe

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Vertrauen

Mit dieser chinesischen Weisheit möchte ich den heutigen Tag beginnen:

 

„Angst klopfte an die Tür!

Vertrauen öffnete,

und niemand war draußen.“

 

Wenn Du Dir jetzt ein paar besinnliche Minuten mit diesem Satz schenkst, werden in Dir bald neue, erfreuliche Befindlichkeiten entstehen.

 

Wenn Du die chinesische Weisheit in die Gegenwart holst, wirkt der Satz noch mal anders, er ist präsenter und sogar noch stärker, finde ich:

 

„Angst klopft an die Tür.

Vertrauen öffnet,

und niemand ist draußen.“

 

Von oben betrachtet, könnte ich das Geschehen ganz kurz zusammenfassen:

 

„Vertrauen löst Angst in Luft auf.“

 

Alles Liebe

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Sicherheit

Ich schenke  Dir heute die folgende alte Sage, die mich ganz schön ins Grübeln gebracht hat.

 

Ein junger König war weit über die Grenzen seines Reiches hinaus berühmt für seine Gerechtigkeit.

Zur Klärung seiner Gedanken pflegte er ein Mal im Jahr eine Woche lang streng zu fasten.

Wieder einmal hatte er sieben Tage nichts gegessen.

Mit jeder Faser seines Körpers sehnte er sich nach dem Festmahl, das seine Köche zum Ende der Fastenwoche besonders liebevoll zubereiteten.

Als er sich voller Vorfreude an die Tafel setzte, kam ein zerzauster Sperling angeflattert.

Nach Luft schnappend flehte er um Hilfe.

Der Adler verfolge ihn. Es könne nicht gerecht sein, dass der König jetzt prasse während er, der Spatz sterben müsse.“

Der junge Herrscher überlegte, dann lächelte er den kleinen Vogel an:

„Du darfst in meinem Palast bleiben und stehst unter meinem persönlichen Schutz.“

Als die Diener das erste Gericht auftrugen, kam mit gewaltigem Flügelschlag der Adler angeflogen.

Bebend vor Zorn blickte er den König an.

Wie könne er, als gerechter Herrscher, ihm und seinen Jungen die Nahrung verwehren?

Womit solle er seine Familie ernähren, wenn er keine Vögel mehr jagen dürfe?

Der König blickte zu dem schmächtigen Sperling, der angstvoll ins Gebälk geflüchtet war,

schaute dann auf den gewaltigen, hungrigen Adler und sah anschließend auf sein noch unberührtes, verführerisch duftendes Mahl.

Lange dachte er nach.

Dann stand er auf und befahl seinen Dienern:

„Bedient den Adler!“ – und ging in seinen Fastenraum zurück…“

 

Ich glaube, dass die Weisheit dieser Geschichte sich uns unterschiedlich offenbart.

„Was will sie mir sagen?“

Diese Frage löst in mir meine Antwort aus und in Dir Deine.

Jeder hat  andere Gedanken dazu als ich…

 

Ich würde mich sehr über Deine Gedanken freuen, wenn Du Lust und Zeit hast, mir zu schreiben!

 

Alles Liebe,

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